…immer zweimal

Viel hat sie zerrissen, die Distanz, in der Vergangenheit.

Gebärden und Gespräche gefror sie,

Gesten verbannte sie in den Aufwand und schließlich

verschränkte sie demonstrativ die Hände

mit ihrer Liebsten: der Einsamkeit.

Nur Frauen lieben so grandios und so grausam,

vielleicht.

Deine Worte zeigten jedoch, dass diese Liebelei

manchmal jäh gestört wird, in flagranti sozusagen,

auch manchmal erst nach Jahren,

und Worte wieder tauen lassen, was

in Eisblöcken verstaut worden war,

verstaubt und eingerostet war, auch, ja.

Was dann geschieht ist so roh wie

das Leben selbst, denn der Kontrast

könnte größer nicht sein, dehnt

aber wiedermal die Maße der einstigen

Erinnerung und meines Wesens jetzt

und hinterlässt so viel neuen Raum

der so fruchtbar scheint.

 

Man sieht sich immer zweimal.

Im Guten wie im Bösen.

Nur die Zeit dazwischen, über die

weiß man so wenig.