Flüchtig 

Es gibt Menschen, denen sieht man ihre Geschichten an:entweder mit Prunk, oder Autos, oder 

Mädchen im Arm. 

Oder beides, oder alles – alles 

was glänzt ist gold für die, die mit 

rosa roten Brillen sehen und gesehen werden 

möchten, auf Teufel komm raus, auch 

wenn sich dieser schon so lange nicht 

mehr schert, um diesen ganzen Dreck. …Und sich 

lieber in den Details versteckt.
Dann gibt es die, die nie wählen konnten, und das Leben sie als 

Leinwand benutzt und malt und schneidet und auch 

mal schlägt und manchmal den Körper mit Narben übersäht. 

Sie kennen das Leben aus dem 

Spiegel, mit einer Fratze, hämisch, selbstverliebt, mit 

selbstzerstörerischer Macht. 
Oder sie, diese wieder anderen Menschen, ziehen sich 

die Schuhe anderer Leute an und tun 

so als sein es ihre. …Außer 

der Papst, der macht es andersrum, warum 

sei mal dahin gestellt. 
Es gibt dann auch Menschen, denen sieht 

man gar nichts an, sie sind ein wenig 

wie der kleiderlose Kaiser, auch ohne 

Krone, sie sitzen neben dir mit einem 

Bier und reden viel und lachen und werden gar 

niemals greifbar mir, so 

sehr ich auch höre und schaue. 
Und dann gibt es jenen seltensten 

Stamm, der nicht 

gesehen werden muss 

und keine Sinne braucht, um Sinnlichkeit auf der 

Stelle zu streuen und meine Seele zu 

erfreuen, lebendig mit Ihnen zu sein. 

Sie sind es, die zu leuchten 

vermögen, nicht um des Glanzes 

Willen. …Denn sie kennen die 

Dunkelheit gut, aber 

wissen, dass sie wiederkommt Und 

deswegen mit Schatten tanzen, nahezu jugendlich und übermütig, äußerst

faszinierend, als würden sie ewiglich sein.