Alltagsmagie

something_s we make

Und doch nicht

Über die Sprachlosigkeit wollte ich so gern mal schreiben, schon seit
geraumer Zeit nun.
…Wir kennen uns schließlich seit dem Sommer, doch seitdem
sind einige Monde übers Land gezogen,
manche blass, und manche voll.
Und immer
hat der Mann gelächelt, oder sind es doch dann nur
die Krater, die von der Sonne verschieden zum Leuchten gebracht sind, in nächtlicher Kulisse,
wenn es denn klart.
Doch immer
wenn meine Feder dann das Papier ganz leicht berührte, um
die Silhouette des Phänomens mit schwarzen Strichen zu umstreichen,
sanft und leicht,
dann verlor sich sie schnell in der weißen
Leere und brachte es gerade noch zu einem
Punkt, einem kleinen,
blauen.
Wenn sie eine Farbe hätte, dann wäre sie blau, nicht?
…Vielleicht mag sie Philologen nicht, weil sie so oft zum Zähmen kommen, und will so
wild und frei
doch bleiben, und kommen und gehen nach Wahl.
Und so schafft meine Feder es nie über den
Punkt, den kleinen,
hinaus, auch wenn sich in ihm stets sowie
Ozeane als auch Himmel
zu ergießen schienen.
Eines Nachts dann, da wollt ich ihm davon erzählen, denn mit ihm, da ist sie oft zu Gast, und
vielleicht
hatte er mit ihr ein Wort schon gewechselt, in der tiefen, schwarzen Nacht.
Denn er scheint den Mond zu kennen:
nachts sind es manchmal nur die zwei, in stillem
Zwiegespräch, am offenen
Fenster in der kühlen
Luft, verloren und
daheim zugleich.
Beim ersten stotternden
Versuch, da lächelte er nur, und da kamen dann
die Tränen mir, vielleicht sind sie’s, die Antipode zum
Wort, und so gar nicht
lächerlich?
Beim zweiten Mal war er ganz
ernst und sagte schließlich nur
“Natürlich kannst Du über sie doch schreiben, genau wie über Gott.”
Aber wie können schwarze Strichelein, die manchmal wie Zäune wirken,
zwei solch immense Freiheiten
erfassen wohl, und begreifen, und erhalten bloß?
Und sie trotzdem nicht ersticken sondern
zugänglich machen für
alle, denn manche haben Sprache nicht, und oft nicht die Meine,
und Gott, tja, der ist dann doch mehr gehasst, als der Flüchtling nebenan.
Und so bleibt sie mir
verschwommen, die Silhouette beider, sowie
der Horizont zwar Meer und Himmel trennt, aber niemals Tänzer darauf erscheinen, die barfuß und
für immer wohl, im Reigen sich vereinen.
…Ich hab´s versucht, da siehst Du´s hier, und wieder bin ich gescheitert.
Das nächste Mal, wenn sie dann kommt, denn das wird sie gewiss,
möchte ich auf sie nicht lauern, sondern sie sich ergießen lassen, so
ganz und frei,
und nehmen einfach dahin, dass
Sprache und Stille ohne Losigkeit nur wären zweidimensional.
Es würden Ozeane in Himmel sich ergießen und alles wäre
ein Blau.
…Nur so wird sie plastisch und so weit, und erinnert
uns heiß daran, dass es da immer
mehr zu erforschen gibt, im eigenen Ozean,
besonders wenn das Mondlicht scheint, in die Tiefen
nie erahnt.

About Marie-Sophie Guntram

Marie-Sophie is a language lover at heart and a linguist by training. She's currently seeking to make a living and, more importantly, a life.

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This entry was posted on November 16, 2014 by in writing some poetry.