Im diachronischen Zeitalter

Ein (mehr oder minder ärgerlicher, und zuletzt einstweilen vermindert bewertender) Gedanke hinsichtlich des obigen Titels

Ich empfinde schriftliche Anreden

im informellen Register

des undurchdringlichen, digitalen Äthers

als ein unerwartet herausforderndes Unterfangen,

da ich nie weiß

wie und wo ich meinen Gesprächspartner antreffe, 

es sei denn, ich kenne sie oder ihn

und den dazugehörigen Minutentakt des Alltags

ausgesprochen gut,

was durchaus selten der Fall ist, 

im Zeitalter der verschnellt geraubten Zeit.

Definitiv ist der Zufall in diesem Gedanke (aber wohl auch nur diesem) doch eher ein Störnis. 

Aber vielleicht reicht es, zu wissen, warum ich ihn oder sie überhaupt adressiere. 

Und somit, zum Brief, in unelastischer Emailform, 

da ich von einigen tausend Kilometern Entfernung versuche,

Emotionen währen zulassen

– und zu nähren.

Letzteres schafften jedoch auch der Stift und die weißen Seiten nur in Krisenmomenten, nicht wahr?

Wohl gemerkt aber wurden diese zu Sternstunden so vieler, 

in Zweisamkeit…

Sei diese uns nicht geraubt,

denn an diesem Ort verweile ich am liebsten.  

Treffen wir uns dort?