Dürreflucht

Ich ließ alles alles zurück

weit hinter mir

als ich lief

allein, durstig

auf der staubigen Straße

ließ es dort

in der flimmernden Oase

die eine Lüge ist

denn sie ist nicht flüssig

nur heiß

und auch nicht nah.

Als ich Dich dort in der Ferne sah

glaubte ich nicht

an die Wirklichkeit

denn die  Oase

eine verzehrende Lüge von der Sonne an die Welt

für meinen durstigen Leib

erschien mir näher

als Du

in Wirklichkeit.

Für eine Weile trank ich

auf Knien

aus der Quelle so kühl

gierig, so gierig

schluckte hastig und saugte nach mehr

und wischte mir schließlich die Mundwinkel ab

gesättigt.

Doch wie kam es

dass ich war so satt?

Ich kniete nun wieder,

sank mit der Stirn auf die heiße Erde hinab

um ihr zu danken, ihr zu dienen

und fühlte den Puls

von Dir

unter mir.

So lagen wir da

lange

und tranken

vom Wasser

nahe dem Ende

der Welt

ganz nah

am Himmel.

Die Sonne senkte sich hernieder

und Reinheit legte sich über uns

wie ein Schleier

in dem wir uns wanden

dann standen

aufrecht

und so uns fanden

auf dem Horizont

dem glühenden, feurigen, seidenen Horizont

der sich auftat

zwischen Nacht und Tag Himmel und Erd Dir und Mir

der alles verband

mit allen Farben

ohne zu sein.

So tanzten wir

Hand in Hand

auf Zehenspitzen

auf Regenbögen

vom Morgengrauen

bis in die Nacht

von der Dürre

zum Land wo Milch und Honig fließen

in Flüssen durch Täler

so breit wie ein Meer

das sich nie leert

und uns lehrt

dass er nah

der Horizont

wo wir knien

gemeinsam

und trinken

vom Busen der Mutterwelt

dort unten am Nabel

wo sie endet, die Straße, der Weg und die Dürre

und alles lebt

in Fülle.