Werden

Gewollt, gewünscht, gebraucht, geliebt

Blickt das Kind ins Gesicht der Welt.

Es betrachtet nun mit reinem Blick

Was immer zerbrach und zerbricht in viele Stück’.

Im Reigen der Reinheit und Erwartung

Richtet das Kind mit Gottes Ahnung,

Dass Liebe heilt und trotzdem verweilt

Auch wenn die Völker schon längst getrennt, geteilt.

Zahnlos, sanft und unbefleckt

Endeckt das Kind was sich versteckt

Hinter des Mannes Augen, Mund und Hände

Die errichten Wände. Ende.

Das Kind es erwartet und wartet,

es bleibt und besteht

es betet und bittet

es richtet und rettet

Was unrein ist, verschmutzt, verspätet

Was eingekerkert hinter Mauern hoch

Was verloren ist, so üblich.

Was unrecht ist, so gewöhnlich.

Mit einfacher Aufrichtigkeit. Verlässlichkeit. Ehrlichkeit.

Kindheit.

Die Welt, die Welt, verstellt, entstellt,

sie lebt nicht ohne, sie lebt nur mit

dem Segen des Kindes, der Kleinigkeit, Kleinheit, Reinheit,

Und heilt so langsam hier und da

—existiert im Lachen des Kindes immerdar.

Und wird annehmbar

dankbar.

Was undenkbar, unvorstellbar, gar furchtbar,

wird leidlich, ehrlich, erfreulich,

gemütlich, glücklich, grundlegend herzlich.

Nach einer Lebzeit voller Tun

Legt sich der Mensch dann hin zum Ruhn.

Und betrachtet aus müden Augen nun

Den Sohn

Das Werden der Welt.

Wohlwollend, werwünscht, verbraucht, liebend

So liegt sie da, treibt, gibt, verlebt und stirbt.

Die alte Frau die gesehen, ersehnt, vergessen, vergeben,

sie verabschiedet sich vom irdischen Leben.

Sie weiß sie hat getan alles, sie war Mensch

War Frau, Mutter, Heiler,

war gläubig

und wendet sich ab, vom Gesicht der Welt,

was ein wenig lächelt, oder nicht?

Um ihr zu danken, dienen, schenken

Ein Gedenken an das Gute, an die Liebe

Die sie von Gott brachte, sachte teilte, zum bleiben brachte,

mit der sie wurde zum Kind Gottes, zum Botschafter, zur Tochter

des großen Flusses, jenes des Lebens

der sich schlängelt weg von der Welt, der hiesigen

und sich hinwendet zum Reich Gottes, des fortwährenden.

Du bist gewollt, gewünscht, gebraucht, geliebt.

Im Irdischen das sich ergibt

Wenn Mann sie liebt

Und Frau dann gibt

Ein Zuhause für Dich, im Schoß der Zeit.

Du bist dann der Retter der Vergangenheit,

das Kind in der Krippe der Gegenwart,

der Prophet des Guten für Zusammengehörigkeit

der Morgen und Morgen und Morgen und Morgen

und lässt verstummen alle Sorgen

die Falten, Spalten bilden, im Angesicht der Erde.

Du gibst ihr Mut, sie sagt: „Ich werde!

Zu wollen, wünschen, brauchen, lieben,

zu heilen, verweilen.“

Bis der nächste kommt, der Heiland.